Ei, Ei, Ei...

13:33:00

Manchmal denken wir an gestern. An Omas Häkeldeckchen und Kaffeekränzchen, an staubtrockenen Marmorkuchen und an diese gelbe Flüssigkeit, die Großmutter und ihre Freundinnen immer nach dem Kaffee tranken und manchmal auch davor. An guten Tagen durfte man hinterher mit dem Finger die letzten Reste aus den Gläsern fischen und mmmhhhhh. An schlechten Tagen hieß es hingegen „aber ganz schnell ab ins Bett“.

Foto: HANNAH.KONDA, Hannah van Alen
Martina & Moritz, die wahrscheinlich dienst ältesten Fernseh-Köche der Nation, leben auf einem Apfelgut in der Nähe von Stuttgart und bewirtschaften es auch. Kein Wunder also, dass sie ganz viele, ganz tolle Sachen aus den fleischigen Früchten zaubern. Säfte zum Beispiel. Und Weine. Und Brände. Und Gelees, Konfitüren, Essige und überhaupt. Aber dazu in den nächsten Tagen mehr. Umso überraschter war ich, als ich zwischen all den kulinarischen Preziosen im kleinen Hofladen des Apfelgutes einen Eierlikör entdeckte. Den musst du ausprobieren, dachte ich, und ließ mich auch vom wahrlich ambitionierten Preis  (z. Zt. 21,60 € im Onlineshop) der hübschen 350 ml-Flasche nicht abschrecken. Schließlich stammen die Eier laut Martina & Moritz von glücklichen Guts-Hühnern, Sahne und Milch von Bio-Höfen. Weitere Zutaten sind Bourbon-Vanille und die Schale von Bio-Orangen. Ach ja, 17 Vol.-% Alkohol stecken auch noch in der kleinen Flasche. Da möchte man sich doch schon beim Lesen der Zutatenliste die Finger lecken und auf seinem Nachhaltigkeitskonto eine kleine Gutschrift verbuchen.
Foto: HANNAH.KONDA, Hannah van Alen
Klar, dass ich den spannenden Tropfen gleich ausprobieren musste: Pur, zu Eis und zu Erdbeeren natürlich auch. Und was soll ich sagen: Echt lecker, die flüssigen Eier. Vollmundig, rund, wenig Süße und der Alkohol werkelt spürbar aber dezent im Hintergrund - dafür die volle Punktzahl. Abzüge gibt’s allerdings in der B-Note. Die zartgelbe Masse ist schon in warmem Zustand ziemlich zähflüssig. Kompliziert wird’s allerdings, wenn die geöffnete Flasche aus dem Kühlschrank – denn da gehört sie hin – kommt. Dann klebt  die Mixtur wie Bauschaum in ihrem gläsernen Gehäuse und will selbiges um keinen Preis freiwillig verlassen. Wer dann noch, wie der Autor dieser Zeilen, handwerklich suboptimal aufgestellt ist, dem vergeht beim Befreiungsakt ziemlich schnell die Lust auf mehr. Ich hab’s mit einem Löffelstil versucht. Danach sah die Küche ganz schön, was soll ich schreiben, Ei-Ei-Ei aus.
Mehr zum Eierlikör, dem Duttenhofer’schen Apfelgut und all seinen Produkten gibt es hier: http://www.apfelgut.de/
4 von 5 Gläser

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