Ein „sagenhafter“ Gin

15:26:00

Sitz der Rheinland Distillers GmbH ist Bonn. Ehemals provisorische Bundeshauptstadt und gesetzlicher Regierungssitz, ist die Rheinmetropole in den letzten Jahren zunehmend aus den Schlagzeilen verschwunden. Einzig Ludwig van Beethoven, dessen Geburtshaus in der Bonngasse jährlich tausende von Touristen aus aller Welt anlockt, verströmt noch so etwas wie Glanz. Doch das könnte sich schon bald ändern. Denn seit kurzem sorgt der Neu-Bonner „Siegfried“ für Aufsehen und Glamour rund um den Globus.

Foto: HANNAH.KONDA Fotografie, Hannah van Alen

„Siegfried“ komponiert zwar nicht, ist aber durchaus kunstvoll arrangiert. Noten von Lindenblüten und Wacholder, Lavendel und Ingwer, Pomeranze, Thymian und zwölf weiteren Botanicals geben dem „Rheinland Dry Gin“ eine harmonische Komplexität und einen dezent-warmen Charakter, der Spirituosenprofis in aller Welt aufschmecken lässt. Zahlreiche Gold- und Doppel-Gold-Auszeichnungen bei internationalen Spirituosenwettbewerben in Europa, Australien, Asien und den USA sprechen in diesem Zusammenhang eine deutliche Sprache.

„Siegfrieds“ Väter hören auf die Namen Gerald (Koenen) und Raphael (Vollmar), kommen aus Bonn, sind Freunde und können durchaus stolz auf ihren Sprössling sein. Denn ihre „Schnapsidee“, einen guten Gin mit lokalem Charakter zu kreieren, erwies sich als Volltreffer. Heute findet man „Siggi“, wie er mittlerweile von Fans liebevoll genannt wird, nicht nur in vielen Bars und Kneipen, sondern auch in zahlreichen Supermarkt-Regalen.

Der Name „Siegfried“ ergab sich quasi von alleine. Die Assoziationskette könnte in etwa so ausgesehen haben: lokal – Rheinland – Drachenfels – Nibelungen Sage – Siegfried – Lindenblatt. So hatte das Gin-Kind nicht nur (s)einen Namen (Siegfried), sondern auch ein Leit-Botanical (Lindenblüte), das die Marke mit dem Destillat schlüssig verbindet. Doch im Gegensatz zum Drachentöter scheint die Linde im Fall des flüssigen Siegfried nicht verwundbar, sondern unbesiegbar zu machen – diesen Schluss lassen zumindest die zahlreichen Gold-Prämierungen zu.

Kein Wunder also, dass die Ausprobier-Runde dem Sieger-Destillat mit Respekt, aber auch mit hohen Erwartungen entgegen fieberte. Der visuelle Auftritt löste noch keine Begeisterungsstürme aus. Dafür mangelt es der 0,5 Liter-Flasche an Drachentöter-Ausstrahlung. Zwar vermittelt die gedrungene Form des Gebindes, die entfernt an eine Apothekerflasche erinnert, durchaus Kraft und Stärke, Eleganz und Anmut ist allerdings nicht ihr Ding. Auch die in blut-roter Farbe gehaltene und blockig angeordnete Typographie mit dem in drei Teile zerstückelten und untereinander angeordneten Namen SIE-GFR-IED signalisiert mehr solides Selbstbewusstsein und bodenständige Modernität als aufgesetzte Schickimicki-Attitüde. Kurz und gut: „Siggi“ präsentiert sich als ganzer Kerl und auf Höhe der Zeit.

Kaum ist der angenehm griffige Verschluss von der Flasche entfernt, setzt das Destillat bemerkenswert intensive Aromen frei, die den visuellen Eindruck unterstreichen. „Der kann was“, meint einer aus der Ausprobier-Runde und sollte absolut Recht behalten. Denn schon nach kurzer Zeit entfaltet „Siegfried“ ein breites und buntes Duft-Bouquet. Auch weniger geübte Nasen identifizieren sofort dezente Zitrusnoten, eine Spur Thymian – und Wacholder natürlich. Ein vielversprechender Auftakt.

Im Mund gibt „Siggi“ dann noch mehr Gas und lässt seine Botanical-Muskeln mächtig spielen. Spätestens jetzt wird klar: Das ist kein Gin für Mittelspur-Fahrer. Hier wird kompromisslos auf die Aromen-Tube gedrückt: schmeichelnder Lavendel, erdiger Ingwer, würziger Pfeffer, vollmundiger Wacholder. Eine Geschmacksbeschleunigung für die Überholspur. Dabei entfaltet „Siggi“ seine Kraft erstaunlich harmonisch und völlig irritationsfrei. Volle Aromen-Power bei absolut verträglichen 41 Vol.-% Alkohol. Hat Bonn eigentlich eine Rennstrecke? Ich glaube nicht. Aber die braucht ein Gin-Champion auch nicht, um weltweit Erfolge einzufahren.

Laut Hersteller wird „Siegfried Rheinland Dry Gin“ traditionell handwerklich aus ausgewählten Zutaten bester Qualität, ohne industrielle Hilfsmittel oder Zusatzstoffe in kleinen Einheiten destilliert. Er kann pur, mit Tonic Water und natürlich als hochwertige Cocktail-Zutat genossen werden. Wir empfehlen allerdings ohne Wenn und Aber den puren Genuss. Im Online-Shop des Herstellers (www.siegfriedgin.com) ist die 0,5 Liter-Flasche aktuell (16.03.2017) für 29,90 Euro erhältlich. Für einen in vielerlei Hinsicht „sagenhaften“ Gin ein geradezu skandalös günstiger Preis.

Mehr über „Siegfried Rheinland Dry Gin“, seine Geschichte, Macher und Auszeichnungen gibt’s hier: www.siegfriedgin.com

5 von 5 Gläser




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